Geschichte

1898 - 1914: Unternehmensgründung von Heinrich Cless unter dem Namen „Noricumwerke Cless“. Lag der Schwerpunkt zunächst in der Erzeugung von kettenlosen Fahrrädern, wurde bald darauf die Fertigung von Zahnrädern und Getrieben aufgenommen. 1902 kamen die ersten Motorräder auf dem Markt und bereits im August 1902 wurde das erste Noricum Motorrad produziert. Es gewann auf Anhieb die Goldmedaille auf der Wiener Sportausstellung sowie den 1. Preis beim Semmering Bergrennen. 1904 wurde die Herstellung von Fahr- und Motorrädern aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Es erfolgte die Umstellung der Produktion auf die ausschließliche Erzeugung von Zahnrädern und Getrieben.

1914 - 1945: Mit Ausbruch des 1. Weltkriegs stieg die Anzahl der Beschäftigten auf 430. Neben Zahnrädern mussten, nach dem Kriegsdienstleistungsgesetz, auch Geschoßteile hergestellt werden. Nach Kriegsende und dem Zusammenbruch der Wirtschaft wurde, durch die Elektrifizierung der Österreichischen Bundesbahnen, die Produktion auf die Herstellung von Zahnradgetriebe für elektrische Lokomotiven eingerichtet. Um den Verlust der benachbarten Absatzgebiete auszugleichen, wurde eine Metallgießerei eingerichtet. 1924 wurde zusätzlich eine Eisengießerei errichtet. Die schwere Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren traf das Unternehmen mit voller Wucht und ließ die Produktion auf unter 20% ihrer Kapazität fallen. Es folgten die wohl schwierigsten und entbehrungsreichsten Jahre. Doch trotz politischer Unruhen und Krieg, blieben das Werk und die maschinellen Einrichtungen erhalten.

1945 - 1982: Die Beschäftigung in den Werkstätten nahm nun langsam wieder zu. Die Aufträge – zunächst vornehmlich Reparaturen und Herstellung von Ersatzteilen – häuften sich wieder. Unser Unternehmen hatte einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert in Graz, der sich 1948 durch den Besuch von Bundespräsident Dr. Karl Renner anlässlich unserer 50-Jahrfeier manifestierte. Es folgten die Jahre des starken wirtschaftlichen Aufschwungs. Dass Unternehmen wurde ein immer wichtigerer Zulieferer für die größten österreichischen Anlagenbauer. Die Fertigung von Antrieben für Elektrolokomotiven war zu dieser Zeit einer der bedeutendsten Standbeine. Es folgte der Aufbau eines eigenen Programms für Standardgetriebe. Der Export unserer Produkte erfolgte von nun an in die ganze Welt. Von der Oper in Sydney bis zum Assuan Staudamm in Ägypten - unsere Getriebe sind am ganzen Erdball zu finden.

1982 - heute: Das Unternehmen wurde 1982 von der Firma Eldra-MAG gekauft. Der neue Eigentümer tätigte beträchtliche Investitionen – große Umsatzsteigerungen und wirtschaftlicher Erfolg waren die Folge. 1988 wurde die Österreich-Vertretung der Produkte des finnischen Konzerns KUMERA übernommen. Fast 100 Jahre war der Name „Noricumwerke Cless“ weit über die Grenzen des heimischen Marktes hinaus bekannt, ehe er 1992 mit dem Erwerb unseres Unternehmens durch die Firma „Kachelmann“ und der Umfirmierung in „Kachemann Getriebe Austria“ endgültig zur Geschichte wurde. Im Jahr 2000 wurde das Unternehmen von KUMERA Drives Oy gekauft und erhielt die nunmehrige Firmierung „KUMERA Antriebstechnik GmbH“. Es folgte die umgehende Modernisierung der Produktion und der Bau einer zusätzlichen Fertigungshalle.